„Also vergesst nicht, was ihr heute erfahren habt, sondern erinnert euch und andere an dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte und hört nicht auf diejenigen, welche nicht aus ihr gelernt haben oder diese trübe Zeit gar beschönigen und weiterhin rassistischem und antisemitischem Gedankengut nachhängen. Denn es ist unsere Verantwortung, uns an die Geschichte zu erinnern, weil derjenige, der vergisst, dazu verdammt ist, die Geschichte zu wiederholen.“

Mit diesem Appell endete am 28.01.2019 die Gedenkveranstaltung des Gymnasiums Himmelsthür, bei welcher einige Oberstufenschüler in der Turnhalle einen Rundgang für Acht- und Neuntklässler inszenierten, der dem Leidensweg der verfolgten und ermordeten Juden in der Zeit des Nationalsozialismus nachempfunden war.

Dieses neue Konzept, bei welchem die Schüler unterschiedliche Stationen rund um die Ideen der Nationalsozialisten, die Verfolgung und Ermordung von ca. 6.000.000 Juden, die Befreiung der Konzentrationslager durch die Alliierten und die noch heute andauernde Idee des Antisemitismus und Rassismus auch in Deutschland durchliefen, hinterließ noch deutlicher als die in den Vorjahren gezeigten Filme über den Holocaust bei den Teilnehmern einen bleibenden Eindruck.

Betrat man am 28.01.2019 die sonst so belebte Turnhalle, hörte man einen scharfen Ton aus einer Ecke, in der die Schüler selektiert wurden, Zuggeräusche aus einem kleinen Raum, der die Verhältnisse während der Deportation nachahmte, einen Zeitzeugenbericht, der über die Unmenschlichkeit der Lager berichtete und die Aufforderung an die Schülerinnen und Schüler „nicht zu vergessen“.

Betrat man die Halle, so sah man schwarz gekleidete Schüler, die ihre Mitschüler über die Situation der Juden zu dieser Zeit aufklärten, die interaktiv mit ihnen kommunizierten und sie nachempfinden ließen, welche Gräueltaten die Juden zu dieser Zeit über sich ergehen lassen mussten.

Man sah entsetzte, erschütterte, aber interessierte Schüler, die aufmerksam zuhörten, sich Bilder anschauten, Zitate durchlasen, ihre Gedanken und Gefühle aussprechen konnten und Antworten auf ihre Fragen bekamen.

Betrat man die Halle, so spürte man die bedrückende Stimmung, die ergriffene Atmosphäre und die Fassungslosigkeit über das, was damals geschah und zum Teil auch heute noch immer geschieht.

Verließ man die Halle, so war man in einer Stimmung des Unglaubens, der Trauer, aber auch der Hoffnung auf Besserung - eventuell sogar durch eigenes Zutun.

Verließ man die Halle, so hatte man gesehen, gehört, gefühlt, gelernt und einen Auftrag mit auf den Weg bekommen.

Also, vergesst nicht, sondern gebt weiter und hört nicht weg, wenn manche Menschen den Fehler machen, die Geschichte zu wiederholen, sondern interveniert und erinnert euch!

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© Text: Lara Heintz; Fotos: Lara Heintz, Didem Özler, Leon Waschkowski