Was bedeutet es eigentlich, demokratische Werte nicht nur zu kennen, sondern auch im Alltag zu leben? Wie lassen sich Fake News erkennen? Und wie kann man diskriminierenden oder extremistischen Aussagen selbstbewusst und respektvoll begegnen? Mit diesen und vielen weiteren gesellschaftlich relevanten Fragestellungen beschäftigten sich die Schüler*innen des 8. Jahrgangs am 29. April im Rahmen eines Projekttages rund um das Thema „Demokratie“. Ziel des Projekttages war es, die Jugendlichen in ihrem demokratischen Denken zu stärken, sie für gesellschaftliche Herausforderungen zu sensibilisieren und sie darin zu unterstützen, demokratiefeindlichen Haltungen, Vorurteilen und Parolen selbstbewusst entgegenzutreten.
Statt klassischem Unterricht erwartete die Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm mit sechs verschiedenen Workshops, aus denen jeder zwei Angebote auswählen konnte. Die Workshops wurden von externen, professionellen Referent*innen durchgeführt und boten einen geschützten Raum für offene Diskussionen, persönliche Erfahrungen und neue Perspektiven. In den verschiedenen Workshops setzten sich die Schüler*innen mit zentralen Themen einer demokratischen Gesellschaft auseinander. Dabei ging es unter anderem um Vielfalt, Diskriminierung, Gleichberechtigung, den Umgang mit demokratiefeindlichen und verletzenden Aussagen sowie die Bedeutung von Zivilcourage im Alltag. Auch die kritische Auseinandersetzung mit Informationen stand im Mittelpunkt: Die Achtklässler*innen lernten, Fake News zu erkennen, Quellen zu hinterfragen und die Bedeutung verlässlicher Informationen für eine funktionierende Demokratie zu verstehen. Durch praktische Übungen, Diskussionen und Beispiele aus ihrer Lebenswelt konnten sie eigene Perspektiven entwickeln und Handlungsmöglichkeiten für sich erproben.
Der Projekttag war bewusst erfahrungs- und praxisorientiert gestaltet. Es ging nicht um richtige oder falsche Antworten, sondern um Austausch, Diskussion und das Aushalten unterschiedlicher Meinungen. Und so wurde an der Fohlenkoppel einen ganzen Schultag lang argumentiert, hinterfragt und – im besten Sinne – gestritten. Gerade dadurch erfuhren die Schüler*innen, wie wichtig Vielfalt, Pluralismus, Respekt und gegenseitige Anerkennung für eine lebendige Demokratie sind.
Die zahlreichen positiven Rückmeldungen aus der Schülerschaft zeigen, wie wertvoll dieser Tag war. Viele Schüler*innen spiegelten zurück, neue Erkenntnisse gewonnen zu haben – insbesondere darüber, wie weitreichend Diskriminierung sein kann und wie wichtig es ist, die eigene Stimme zu nutzen und zu erheben. Gleichzeitig fühlten sie sich in ihrer politischen Meinungsbildung ernst genommen und gestärkt.
Alles in allem war der Projekttag ein erfolgreiches Pilotprojekt, das hoffentlich künftig als fester Bestandteil in das schuleigene Präventionskonzept aufgenommen wird. Denn eine demokratische Schulkultur entsteht nicht nur im Unterricht – sie entsteht überall dort, wo Menschen einander zuhören, Verantwortung übernehmen und gemeinsam für Respekt und Vielfalt einstehen.
Ein besonderer Dank gilt dem Förderverein des Gymnasiums Himmelsthür, der Stadt und dem Landkreis Hildesheim sowie Arbeit und Leben e.V., deren finanzielle und tatkräftige Unterstützung die Durchführung dieses wichtigen Tages ermöglicht hat.
A. Knabe



