Warmes Essen soll verbinden

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HAZ 26.04.2010
Eine Mensa für drei Schulen: Spatenstich in Himmelsthür / Politiker sprechen schon vom "Schulzentrum".

Himmelsthür (bei). Technisch gesehen ist die geplante Mensa ein Anbau an das Gymnasium Himmelsthür. Der Eingang aber ist direkt auf die benachbarte Real- und die Hauptschule ausgerichtet. Das Gebäude könnte so alle drei Schulen verbinden.

Ein warmes Mittagessen für alle, unabhängig von der Schulform - das ist die Aufgabe der Mensa, deren Bau gestern offiziell begann. Landrat Reiner Wegner (SPD) und Oberbürgermeister Kurt Machens sprachen bereits vom "Schulzentrum Himmelsthür" - ein Hinweis auf erhoffte künftige Gemeinsamkeiten.

Am Morgen hingegen hatte die Baufirma eine deutliche Grenze gesetzt - unbewusst. Das Gymnasium wird nämlich vom Landkreis betrieben, und die Mensa entsteht auf dessen Grundstück. Genau an der Grenze zu den beiden städtischen Schulen prangt nunmehr ein Bauzaun. Diese Symbolik sei keineswegs beabsichtigt, versicherte Holger Fründt, der Leiter des Gymnasiums: "Wenn die Mensa fertig ist, werden wir sehr gern Gäste aus den anderen Schulen empfangen."

1,45 Millionen Euro soll der Bau mit der gläsernen Fassade kosten. Bauherr undmit einer Million Euro Hauptfinanzier ist der Landkreis. Die Stadt zahlt den kleineren Teil, hat aber ausgehandelt, dass auch die Schüler der Haupt- und der Realschule in der Mensa essen dürfen. Die Begründung für die Kostenverteilunglautet: Das Kreis-Gymnasium ist bereits Ganztagsschule, die beiden anderenSchulen noch nicht. Die Kooperation belege, dass man auch bei unterschiedlichen Schulträgern gemeinsam etwas für die Schulen tun könne, befand Landrat Wegner. Schülern, Lehrern und Eltern seien diese Zuständigkeiten tatsächlich egal,bestätigte Oberbürgermeister Machens im Anschluss. Doch auch, wenn er es in seiner Ansprache nicht sagte: Aus Sicht der Stadt gehören alle drei Schulen in eine, in städtische Trägerschaft. "Das wäre Verwaltungsverschlankung", bekräftigte er auf Nachfrage.

Schulleiter Holger Fründt verpackte sein Lob zum bevorstehenden Bau in skeptische Worte: "Wenn wir phasenweise das Gefühl hatten, es gehe nicht recht voran, können wir heute sagen: Es ist etwas ins Rollen gekommen." Derzeit können seine Schüler warmes Essen in der Cafeteria bekommen. Die Ganztagsschüler nutzen zudem das Heim des Kreissportbunds. Die neue Mensa soll im Dezember fertig sein. Rund 220 Sitzplätze wird es in beiden Etagen geben. Die Speisen werden dann angeliefert. Das Obergeschoss ist durch eine Brücke mit dem Gymnasium verbunden, der Raum soll als
Übungsraum für Freistunden, aber auch für Lehrerkonferenzen dienen. Auch den Bürgern des Stadtteils steht das Gebäude für Veranstaltungen offen.

Was bringt die Mensa?

Franziska (12):" Dass die Mensa kommt, ist für die Ganztagsschule viel besser. Jetzt müssen die Ganztagsschüler zum Essen rüber zum Kreissportbund, auf die andere Straßenseite. Wer dann mal aufgehalten wird, kommt dort zu spät. Bald sind das nur noch ein paar Schritte."

Niko (13): "In unserer jetzigen Cafeteria gibt es auch warmes Essen, zum Beispiel Tortellini oder Hähnchen-Wraps. Aber es gibt nicht genug Platz zum Hinsetzen. Die Plätze sind meist von den Größeren besetzt."

Alica, (13): "Ich finde gut, dass wir im Obergeschoss der Mensa einen Aufenthaltsraum bekommen. In der Pausenhalle gibt's nicht genug Bänke. Wenn schlechtes Wetter ist, können wir dort mal ein Würfelspiel machen. "

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Artikel: © HAZ | Fotos: © Günter - Gymnasium Himmelsthür