40 Jahre Gymnasium Himmelsthür

"Wird das Gymnasium Himmelsthür demnächst Ganztagsschule?"

Himmelsthürer feiern ihr 40-jähriges Bestehen / Zertifizierung als „Sportfreundliche Schule“ übergeben / Landrat bleibt bei Salzdetfurth-Projekt
Von Peter Hartmann | HAZ vom 6.9.2008

Volles Haus im Gymnasium
Foto: A.Hartmann | HAZ

Hildesheim (ph). Musik aus den Siebzigern umrahmte den Festakt – schließlich hat das Gymnasium Himmelsthür gestern offiziell seinen 40. Geburtstag gefeiert. Und als Trost für den Verlust des Titels „Partnerschule des Leistungssports“ die Zertifizierung als „Sportfreundliche Schule“ erhalten.

Holger Fründt, der stellvertretende Schulleiter, eröffnete die Feierstunde nach dem Gottesdienst mit Grüßen an die Gäste, die der erkrankte Schulleiter Günter Hotopp ausrichten ließ. Im Jubiläumsjahr, sagte Fründt, wolle sich das Gymnasium Himmelsthür als lebendige Schule darstellen.
Kurz umriss er die Schulgeschichte: Gegründet in den Umbruchjahren nach 1968, um die städtischen Gymnasien zu entlasten, bei der offiziellen Eröffnung des Neubaus 1971 schon 633 Schüler, Hilfe beim Aufbau des zweiten Kreisgymnasiums Sarstedt, damals das jüngste Lehrerkollegium, besonders gutes Schulklima, dann der Einbruch: Dramatischer Rückgang der Schülerzahlen nach Abschaffung der Orientierungsstufe, Existenz infrage gestellt, Suche nach neuem Profil, erneuter Anstieg der Schülerzahlen, Reformen. Geblieben sei unter anderem die Herausforderung, Realschulabsolventen zum Abitur mitzunehmen. In Zukunft werde man sich bemühen, offene Ganztagsschule zu werden, der Antrag steht.

Und werde geprüft, betonte Landrat Reiner Wegner. Nur müssten sich die Kosten schon im Rahmen halten, denn der Kreis habe kein Geld. Wegner verteidigte auch hier seine (gerade in dieser Schule umstrittenen) Pläne für einen Ableger in Bad Salzdetfurth. Die Unterbringung der Gymnasiasten sei dieses Jahr nur dank eines Gewaltaktes gelöst worden, im kommenden Jahr stehe das Thema erneut an. Fründt hatte sich als Geburtstagsgeschenk einen weiteren Ausbau der Naturwissenschaftlichen Fachräume gewünscht, Wegner: „Wir hören Ihre Wünsche sehr wohl.“ Und: „Sie haben einen Schulträger, der zu Ihnen steht.“

Poetisch wurde Bürgermeister Henning Blum: „Respekt, Respekt vor Ihrem Projekt“, sprach er aus. Ortsbürgermeister Alfons Bruns erntete ein paar hochgezogene Augenbrauen, als er dem jüngsten Gymnasium in Hildesheim zum Geburtstag gratulierte und fragte: „Heißt älter auch besser? Ich weiß es nicht.“
Rainer Blume von der benachbarten Grundschule bescheinigte den Kollegen, sie seien „als Schule auf einem richtig guten Weg“. Mit der Feststellung „diese Schule hat auch Nachteile“, überraschte der Schülersprecher David Weigt, verstand das aber im Hinblick auf technische Ausstattung und undichte Fenster, während er den Lehrern dazu gratulierte, auf dem neuesten Stand zu sein.

Ein Silberhochzeitsgeschenk brachten Reena Peura und Anne Sivén von der Partnerschule in Finnland mit – die Partnerschaft besteht seit 25 Jahren. Andreas Blasche-Hesse von der Landesschulbehörde hatte eine Plakette für die Tür und eine Urkunde dabei: Himmelsthür ist jetzt zertifiziert als „Sportfreundliche Schule“. Ein Thema, das die ganze Schule durchziehe. Bei der lebenslang aktuellen Frage, welche Sportart für den Einzelnen richtig sei, helfe es, wenn man sich grundlegend auskenne.
Auch Frank Wodsack vom Kreissportbund bedauerte, dass Hildesheim keinen Landesstützpunkt Schwimmen mehr habe („eine unverständliche Entscheidung“) und daher das Gymnasium sich nicht mehr „Partnerschule des Leistungssports“ nennen dürfe. Immerhin habe es eine Olympiateilnehmerin in seinen Reihen. Auch künftig würden Sportler Himmelsthür wählen, sagte er.
Ein Festvortrag des Präsidenten Professor Wolfgang-Uwe Friedrich von der Universität Hildesheim zum Thema „Bildung in der globalisierten Welt“ rundete den Festakt ab, danach gab es einen Sektempfang und abends einen Festball.

musikalische Begleitung durch den Chor.
Foto:
Günter | GymHim