Hildesheim (ski). Moderne Sporthallen, Schwimmbäder, Tartanbahnen: Den meisten Schulen fehlt es nicht an der Ausstattung – doch fitter als früher sind die Kinder heute auch nicht, im Gegenteil. Vor allem die fehlende Kondition wird von den Pädagogen bemängelt.
„Die Ausdauerfähigkeit ist nicht besonders gut“, attestiert Sportlehrer Hans-Jürgen Sass von der Renataschule in Ochtersum. Lektionen in Sport sind wichtiger denn je.
Besonders stark auf den Sportunterricht hat sich das Gymnasium Himmelsthür konzentriert. In den Klassen fünf und sechs können sich die Schüler für die Sportklasse bewerben, in den folgenden Jahren das so genannte Sportprofil wählen. Das bedeutet zwei zusätzliche Sportstunden mehr in der Woche. „Für die Sportklassen haben wir immer rund 40 Bewerber“, sagt Fachobmann Dietrich Mügge. Mehr als 30 werden aber nicht aufgenommen. Vor knapp vier Jahren wurde das Gymnasium als „Partnerschule des Leistungssports“ durch das niedersächsische. Kultusministerium zertifiziert. Die Zusammenarbeit mit Hildesheimer Sportvereinen ist eng, gut ausgebildete Trainer sind am Sportunterricht beteiligt.
Mügge, der seit fast 30 Jahren als Sportlehrer tätig ist, sieht, wie viele seiner Kollegen auch, bei den Schülern heute Defizite im Ausdauerbereich. Allerdings ist er skeptisch, was den Erfolg des Schulsports anbelangt: „Ob wir die Schüler durch unserer Unterricht tatsächlich vom Computer wegbekommen?“
Zumindest lässt die Schule nichts unversucht, den Bewegungsmuffeln unter den Kindern Beine zu machen. In den Pausen können Bälle ausgeliehen werden und der Sportunterricht findet grundsätzlich in Einzelstunden statt. „Wenn mal eine Doppelstunde ausfällt, haben die Kinder eine Woche keine Sport, bei einer Einzelstunde fällt das nicht so sehr ins Gewicht“, sagt Mügge, der vehement die dritte Sportstunde für alle Schüler fordert. Um den Schulsport attraktiver zu machen, sind die Unterrichtsinhalte in den vergangenen Jahren zudem geändert worden. An bestimmten Trendsportarten wie Inline-Skating kommen auch die Schulen nicht mehr vorbei. Verpönt sind bei den Kindern hingegen die Bundesjugendspiele, die immer seltener angeboten werden.
„Mir geht es in erster Linie darum, die Kinder zur Fitness zu erziehen“, betont Mügge. Geschont werden seine Schüler jedenfalls nicht. Gegen Ende jeder Sportstunde schickt der 55-Jährige die Kinder einmal um die „Fohlenkoppel“ – rund 1200 Meter. Und das bei Wind und Wetter.
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