"Was Seifenlauge...

...mit Mathematik zu tun hat"
HAZ 04.03.2008


Gestern eröffnete Günter Hotopp eine Mathematik- Wanderausstellung am Gymnasium Himmelsthür

  Mathematik-Lehrer Lutz Breidert zeigt den Schülerinnen Angela, Katharina und Franziska, wie mit Seifenlauge in einem Drahgestell„Minimalflächen“ entstehen.
© Foto: Senska | HAZ


Hildesheim (ska). Während die Ausstellungsmacher vom Gymnasium Himmelsthür gestern über einer Mathe-Klausur brüteten, eröffnete Schuldirektor Günther Hotopp in der Pausenhalle die Wanderausstellung „Mathematik sehen – hören – fühlen.“

An etwa 20 Modellen können die Schüler Experimente zu Wahrscheinlichkeit, Pythagoras und Co. ausprobieren. „Wir wollen das Image des Fachs verbessern und zeigen, wie faszinierend der Umgang mit Mathematik sein kann“, erläuterte Hotopp.
„Eigentlich habe ich kein Problem mit Mathe“, sagt Franziska Rauls. Der 14-Jährigen liegt jedoch geometrisches Zeichnen besser, als Terme umzuformen. „Wir legen im Unterricht mehr Wert auf das Verstehen als auf stumpfes Nachrechnen“, betont Lutz Breidert. Der Mathematiklehrer erläutert in einem ersten Rundgang die einzelnen Stationen. Katharina und Angela beobachten gespannt, was passiert, wenn ihre Mitschülerin Franziska den gebogenen Draht in die Seifenlauge hält. Egal, ob Kreis, Quader oder Pyramide, die Lauge bildet an den Kanten immer glatte, gerade Flächen. Durch das Experiment werden so genannte Minimalflächen ausgebildet. Das sind die Flächen des Körpers, deren Inhalt möglichst klein ist. Das Ergebnis: „Im Inneren des Würfelförmigen Drahtes ist noch ein ganz kleiner Würfel zu sehen“, beschreibt Angela Klose.

Bei der Eröffnung durfte das Maskottchen „Mathilde“ natürlich nicht fehlen. Uni-Professorin Barbara Schmidt-Thieme hatte die Handpuppe zum Ortstermin mitgebracht. Im Rahmen des bundesweiten Jahrs der Mathematik gab Schmidt-Thieme den Impuls für die Ausstellung. „Vorbilder für die Modelle fanden die Schüler im Katalog des Mathematikums in Gießen“, erläutert die Professorin. Sie hofft, dass die Schüler durch die Ausstellung inspiriert werden, selbst ähnliche Modelle zu entwerfen und die Ausstellung dadurch zu ergänzen. Auch andere Schulen sollen die Möglichkeit bekommen, die Ausstellung auszuleihen. Im Begleitheft sind die einzelnen Stationen erklärt und Aufgaben zum Weiterdenken beigefügt.

Die Ausstellung ist in dieser Woche noch in der Pausenhalle des Gymnasiums Himmelsthür zu sehen und von Montag, 31. März, bis einschließlich Sonnabend, 4. April, in der Marienschule.