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Hildesheim (bar). „Der Traum vom Fliegen“ als Sehnsucht, sich den Zwängen eines ungeliebten Alltags zu entziehen, sich über seine Sorgen und Nöte zu erheben und unbegrenzte Freiheit zu spüren – diesen Traum können sicher viele nachvollziehen, die auf den Gerichtsfluren auf ihre Verhandlung warten.
Durchaus passend also, dass die Arbeiten der Schüler des Gymnasiums Himmelsthür zum Thema „Der Traum vom Fliegen“ bis zum 27. Februar im Landgericht zu sehen sind. Dort bringen die Gemälde, Collagen und Skulpturen Farbe in die kahlen Flure.
Der Traum vom Fliegen sei nicht nur uralt, er begegne den Menschen auch heute täglich, sei es im Höhenflug und Absturz von Börsenkursen oder beim Skispringen, sagte Landgerichts-Vizepräsident Reinald Bever zur Ausstellungseröffnung.
Er hatte den Kunstlehrer Rolf Behme dazu eingeladen, die Werke seiner Schüler im Gericht zu zeigen. Behme hat mit den Zehntklässlern das Thema vom griechischen Mythos des Dädalus und Ikarus her entwickelt. Die Aufgabenstellung ließ der Fantasie der Schüler viel Freiraum, entsprechend breit gefächert fielen die Ergebnisse aus.
So entstanden plastische Flugobjekte, darunter Lokomotiven mit Heißluftballons, ein fliegendes Klassenzimmer oder auch ein Igel mit Flügeln – lautsprachlich verulkte Anspielung auf den Songtitel Fly like an Eagle“. Auch große weiße Flügel sind dabei, die sich an die Arme schnallen lassen, will man sich selbst als Ikarus versuchen.
Dass so etwas dramatisch schief gehen kann, zeigt das Gemälde von Stephanie Bode: Nur die Umrisse des abgestürzten Körpers bleiben auf der Straße zurück. Die schillernde Schönheit ebenso wie die Kurzlebigkeit schnell zerplatzter Träume zeigt Kristin Nierhoff als Seifenblasen.
Bei Nadine Eisenhauer entschweben die Tränen mit den traurigen Träumen einer weinenden Frau, während Louisa Grebe ihre Mädchenfigur in einen Vogel verwandelt, um sie ihrer tristen Umgebung zu entziehen.
Lisa Krispin hat ihre Freundin Rebecca Schneider als Model für eine technisch und gestalterisch interessante Fotomontageeingesetzt: Ein Mädchen, umgeben von Müllsäcken, die sehr drastisch eine unangenehme Realität symbolisieren, träumt sich sein Spiegelbild lachend, mit goldenen Flügeln versehen, in eine grüne Umgebung. Ganz unterschiedliche Situationen haben die Schüler in ihren Traumbildern aufgegriffen. Da gibt es den Klavierspieler, der sich mit der Musik in die Lüfte erhebt, aber auch die Fußballspielerin, die nach dem zwölften Gegentor am liebsten ihren Körper und den Fußballplatz verlassen und sich in luftige Höhen verflüchtigen will.
Die vielfältigen, farbenfrohen Arbeiten der Gymnasiasten können Besucher des Landgerichtes täglich bis zum 27. Februar während der Öffnungszeiten anschauen.
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