Geschichte: Exkursion > Bergen Belsen 2009

image Exkursion der Geschichtskurse zur Gedenkstätte Bergen-Belsen | Januar 2009
Schülerberichte
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© Gedenkstätte
Bergen-Belsen

image Das Lager und die Zustände im Lager Bergen-Belsen
image Kinder im Austauschlager
image Moshe Nordheim
image Paul Trepman
image Yvonne Koch (1933): Einzelschicksal einer deportierten Jüdin
image Zeitzeugen berichten: Ceija Stojka

 


Das Lager und die Zustände im Lager Bergen-Belsen

Im Frühjahr 1941 wurde in Bergen - Belsen ein gleichnamiges Kriegsgefangenenlager errichtet, das vor allem als Auffanglager für sowjetische Kriegsgefangene genutzt wurde. Die Strategie, die von Konzentrationslagern und Kriegsgefangenenlagern verfolgt wurde, war die systematische Vernichtung der Insassen durch die unmenschlichen Lebensbedingungen sowie Arbeit bis zur Erschöpfung. Diese Behandlung beschränkte sich allerdings nur auf Kriegsgefangenenlager mit sowjetischen Insassen, da diese im Gegensatz zu den westlichen Kriegsgefangenen von der Nazi-Führung als minderwertig angesehen wurden.

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Ein Güterwagen des Typs, mit dem viele der Verschleppten in das Lager gebracht wurden.

Die sowjetischen Gefangenen, die ab dem 22.06.1941 in Bergen-Belsen eingeliefert wurden, fanden sich in einem abgesperrten Bereich wieder, in dem sie weder Wasser, Nahrung oder irgendwelche Unterkünfte vorfanden. In ihrer Not bauten sie sich Erdlöcher um darin Zuflucht zu suchen, aßen Blätter, Grass und anderes, um zu überleben und erfuhren schreckliches Leid. Im Sommer brachen bei starkem Regen die Erdlöcher zusammen und begruben Menschen unter sich, im Winter erfroren viele aufgrund von unzureichender Kleidung.

Im Frühjahr 1943 waren nur noch sehr wenige Gefangene am Leben, so dass diese an andere Lager überstellt wurden und das Kriegsgefangenenlager aufgelöst wurde. Bis dahin starben in Bergen-Belsen über 21.000 sowjetische Soldaten aufgrund der menschenverachtenden Behandlung durch die Nazis. Das Lager wurde nun umbenannt und als Konzentrationslager genutzt. Die offizielle Bezeichnung war „Aufenthaltslager Bergen – Belsen“. Ab Juli 1943 wurden nun Juden in das Lager geliefert. Diese mussten erst zur Entlausung, und ihre Kleidung wurde durch heißen Dampf von Keimen befeit. Die dann nasse Kleidung musste dann angezogen werden, was besonders im Winter ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko war.

Die Unterbringung bestand für Männer aus Baracken, für Frauen, die ab August 1944 neben Männern ebenfalls eingeliefert wurden, zuerst aus Zelten. Später wurden diese aber durch Sturmschäden unbrauchbar und wurden durch Baracken ersetzt, welche teilweise heute noch nach ihrem Verkauf im Bundesgebiet als Garage oder ähnliches Verwendung finden. Im späteren Verlauf wurde das KZ Bergen-Belsen zu einem Auffanglager für die Insassen evakuierter Konzentrationslager in Frontnähe und somit Ziel vieler der berüchtigten Todesmärsche. Auch Anne Frank starb hier aufgrund von Krankheiten, die zum Ende des Krieges immer schlimmer wüteten, was an der unglaublichen Überfüllung des Lagers lag, in dem zeitweise über 60000 Menschen lebten, obwohl es nur für 16000 ausgelegt worden war. Das Lager hatte zwar keine Gaskammern, jedoch besaß es ein kleines Krematorium, welches Tag für Tag die Toten verbrannte.

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Das Foto zeigt eine im Fußboden versenkte Ausstellungsvitrine mit Bodenfunden.

Das Konzentrationslager Bergen-Belsen war mit Stacheldraht und Wachtürmen gesichert, bestand im Häftlingsbereich nur aus Baracken und besaß zwei Toiletten. Häftlinge, die nur zur Überführung in dem Lager waren, durften eigenen Besitz mit sich führen, die Stamminsassen hatten nichts und somit schlechtere Überlebenschancen. Die systematische Vernachlässigung von Lebensnotwendigkeiten (Hunger, Durst, Krankheiten) gab einem Lagerinsassen eine durchschnittliche Überlebenszeit von 6 Monaten. Leute die nach Meinung der SS sterben sollten, wurden mit Giftspritzen getötet, ebenso jene, bei denen Ärzte keine Hoffnung mehr sahen. Solche trugen dann meist ein Kreuz. Zum Ende des Krieges war aufgrund der mangelnden Hygiene und der Überfüllung eine Seuche ausgebrochen, die Menschen in Massen tötete, die dann in Massengräbern verscharrt werden mussten, da die angeblich unwissende Bevölkerung den süßlichen Geruch der in Massen verbrannten Leichen nicht ertrug und sich beschwerte. Die Seuche forderte über 65000 Tote.

Bei der Befreiung des Lagers durch die Briten starben viele Gefangenen noch aufgrund von Unterernährung und Krankheiten. Die Leichen mussten mit Bulldozern verscharrt werden. Das Lager wurde später noch als DP- (displaced persons) Lager weitergenutzt.

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