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Himmelsthür (ph). Wenn Schüler Sachen lernen wie „Reden ist Gold“ und „Eigenlob stimmt“, dann ist das kein klassischer Schulunterricht. Stimmt: Am Gymnasium Himmelsthür steht beim Projekt „Intercultural learning and competence“ (Interkulturelles Lernen und Kompetenz) keine klassische Lehrerin vor der Klasse, sondern die Dozentin Katrin Bringmann von der Fachhochschule HAWK. Dort zeigt sie normalerweise Studenten, wie sie sich und ihre Projekte und Ideen präsentieren können – in Englisch und per Powerpoint.
Aber auch hier stehen am Anfang ein paar goldene Regeln für den Auftritt in einer fremden Sprache: Positiv formulieren und sprechen in Bildern gehört dazu. Die Schulaufgabe für die Himmelsthürer Schüler: Erzählen Sie etwas über Indien, zeigen Sie kulturelle Unterschiede und das so spannend, dass auch nach 45 Minuten kein Zuhörer innerlich weggetreten ist.
Katharina redet über indische Musik. Dazu erklingen eigenartige Klänge von der CD, Katharina holt aber auch eine Holzkiste heraus. Zeigt der Klasse ein historisches Instrument mit 40 Saiten. Ausgeliehen von ihrer Lehrerin Astrid Bödecker. Sarangi heißt das Instrument, erfahren die Zuhörer, Pungi dagegen nennt man die Flöte für die Schlangenbeschwörer. Alexander gehört zu der Gruppe, die indische Mode präsentiert. Fünf Meter lang ist so ein Sari. Pasquale ist froh, dass er nur das Käppchen für die Männer vorführen muss. „Tragen die das jeden Tag?“ fragt einer aus der Klasse. Nein, nur zu besonderen Anlässen.
„Sehr beeindruckt“ zeigt sich die HAWK-Dozentin Katrin Bringmann von der Vorführung. „Man kann das durchaus mit den Leistungen meiner Studenten vergleichen,“ fügt sie hinzu. Von „sehr motivierten Schülern“ berichtet Astrid Bödecker, die sich als Gymnasiallehrerin an dem gemeinsamen Projekt mit der HAWK beteiligt hat. Dem Englischunterricht kam die Zusammenarbeit mit der Hochschule ebenso zugute wie der allgemeinen Lebenserfahrung der Schüler. Die haben gelernt, ohne Scheu auch vor größerem Publikum zu sprechen, sich in einer Fremdsprache klar auszudrücken, das Ganze wissenschaftlich fundiert.
Das Projekt soll übrigens auch eine Vorbereitung auf einen Auslandsaufenthalt sein. Da bekommen die Schüler auch praktische Lebenshilfe mit. Thomas präsentiert das Bild einer Frau mit einem typischen Halsband. „Wenn Sie eine Frau so sehen – Hände weg, sie ist verheiratet.“
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