"Zur Vorbereitung habe ich immer meiner Klassenkameradin vorgelesen", strahlte Anna-Maria Kopp. Gerade hatte die elfjährige Schülerin vom Gymnasium Himmelsthür den Vorlesewettbewerb "Alle mal herhören!" gewonnen. Sie konnte die Jury mit ihrer lebendigen Art zu lesen am meisten überzeugen.
Ob Abenteuerroman, Kinder-Krimi oder Schulgeschichten: Seit genau 50 Jahren initiiert der Börsenverein des deutschen Buchhandels den Wettbewerb in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und sonstigen kulturellen Einrichtungen.
An der Hildesheimer Endausscheidung in der Stadtbibliothek nahmen insgesamt acht Mädchen und zwei Jungen teil. Dafür wurden sie zuerst von ihrer Klasse gewählt, dann von ihrer Schule.
Anmelden durften sich alle Schüler aus
den sechsten Klassen.
Die Leseexperten haben auf Flüssigkeit und Betonung geachtet. "Aber
auch die Mimik ist entscheidend. Anna-Maria war wirklich cool, hat zwischendurch auch einen Blick ins Publikum
geworfen", begründete Jury-Mitglied
Rainer Rilke das Urteil. Sie habe bewiesen, dass sie sich schnell einen Überblick über ihren Text aneignen
könne. Das wäre vorausschauendes Lesen. Nur so könne man die Figuren zum
Leben erwecken und die Handlung eines Buches authentisch wiedergeben.
In der ersten Runde wurde ein selbst
ausgesuchter Text gelesen. Die Zeitvorgabe lag zwischen drei bis fünf Minuten. Davor führte jeder Teilnehmer in
freier Rede die Zuhörer in die Handlung ein.
Dieser Teil ist sozusagen die Pflicht.
Hier konnte die Jury erste Vergleiche
ziehen. Nach einer kurzen Beratung
folgte die Kür - ein unvorbereiteter
Text, in dem die jungen Vorleser sich in
ihrer Kunst beweisen können. Natürlich fiel die Entscheidung nicht leicht,
es ging um Nuancen.
Anna-Maria brachte das gewisse Etwas mit und darf sich als Nächstes im
Bezirksentscheid Hannover beweisen.
Alle Teilnehmer erhielten zum Abschluss eine Urkunde und, damit ihnen
ja nicht der Lesestoff ausgeht, einen
Bücherpreis.