Kunst jenseits von Zeichnung und Malerei

„Promenadologie – was ist das denn?“ fragten sich Mitte April die Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses auf erhöhtem Anforderungsniveau des Gymnasium Himmelsthür. Diese sogenannte Spaziergangswissenschaft war der Ausgangspunkt einer Kooperation zwischen den Kulturvermittlern des „transeuropa fluid“-Festivals, Maximilian Gallo, Magnus Rust und Jasmin Keller, und der Klasse unter der Leitung der Kunstpädagogin Heide Junker.

Jenseits des üblichen schulischen Lernraumes wurde sich auf die Suche nach der Beziehung zwischen Mensch und Natur begeben. Schwerpunkt war neben den umliegenden Arealen des Gymnasiums vor allem der ehemalige Truppenübungsplatz nördlich von Himmelsthür, der seine ursprüngliche Funktion noch erahnen lässt, mittlerweile aber wieder von der Natur zurückerobert wurde. Dieser Impuls diente der eigenen künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Landschaft“, dem Semesterthema des Kunstkurses. So entstanden verschiedene Zugänge und Konzepte, die die Zusammenhänge von Mensch und Natur unterschiedlich aufgreifen.

Bei einem zweiten (7-stündigen) Projekttag wurden die Ideen dann umgesetzt, um sie in der darauffolgenden Woche während des Festivals vom 25.-27. Mai zu präsentieren.

Gerade der erforschte Truppenübungsplatz wurde gedanklich in einigen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler aufgenommen, sei es direkt durch die Darstellung einer Tongranate, aus der weiße Blumen wachsen, oder indirekt durch ein Projekt, bei dem sich in selbstgebauten Plexiglaskästen Pflanzen ihre Welt zurückerobern.

Mit den Kontrasten zwischen Mensch und Natur setzte sich auch eine Schülerin in einer Tanzperformance auf einer Baustelle auseinander. Die Performance wurde filmisch dokumentiert und durch Naturgeräusche ergänzt.

Anders gingen zwei Schülerinnen vor, die sich damit beschäftigten, wie unser Verhältnis zur Natur heute aussieht. So wurde ein Kunstrasen, ein Produkt, welches aus der Natur des Menschen heraus entstanden ist, mittig im Raum platziert und kontrastierend hierzu lud eine Stimme dazu ein, sich auf dem Rasen niederzulassen, ihn zu spüren und zu riechen.

Wirklichen, realen Rasen konnte man in dem Werk „Kindheitserinnerungen“ unter seinen Füßen spüren. Eine Art Barfußpfad lud ein, sich mittels der Sensibilität der Füße an alte Kindheitstage zu erinnern. So wurden, neben dem Rasen, auch Kästen mit Kies, Sand, Erde und Stroh angeboten.

Einen ganz anderen Zugriff fanden Schülerinnen, die sich mit der Geometrie in der Natur beschäftigten und diese Mittels bearbeiteter Makrofotografie festhielten. So wird das Mathematische, vom Menschen erdachte, mit der Schönheit der Natur verbunden.

Weitere Werke waren „Körperlandschaften“ (eine Bodypaintingserie), „The natural view“ (eine Installation, die sich wortwörtlich mit dem Blick auf die Natur beschäftigt), „footprint“ (eine Installation, die sich mit dem ökoloischen Fussabdruck beschäftigt) und „Lebenslinien“ (eine Acrylmalerei).

Insgesamt haben alle Schüler und Schülerinnen durch dieses Projekt gelernt einen anderen, neuen Blick auf die Landschaft zu werfen und ihre Ideen jenseits von Malerei und Zeichnung in den unterschiedlichsten künstlerischen Formaten zu präsentieren. Eine absolut gelungene Ausstellung, die die Kreativität des Kurses überzeugend präsentierte.

  • 01_the natural view
  • 02_restART
  • 03_Kinheitserinnerungen
  • 04_footprint
  • 05_and it grows
  • 06_Landschaftsdystpien
  • 07_betrachtungen
  • 08_geometrische Formen
  • 09_körperlandschaften
  • 10_Schülererklaerungen
  • 11_Lebenslinien
  • 12_kunstrasen
  • 13_KunstvermittlerInnen
  • 14_meeting auf dem Rasen

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© Junker