Der Jahrgang 12 übernimmt Verantwortung – Der Holocaust-Gedenktag am GymHim

Am 26.1.2017, einen Tag vor dem offiziellen „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“ übernahm der Geschichte-eA-Kurs von Herrn Zoll den Geschichte-Unterricht für die 7. Klassen der Schule und somit eine Menge gesellschaftliche Verantwortung. Schüler unterrichteten Schüler.

Die SchülerInnen und Schüler des Kurses selbst beschreiben diesen Tag wie folgt:

Wir, die 12B1, haben am 26. Januar den alljährlichen Holocaust Gedenktag veranstaltet.
Wir haben dazu in der Turnhalle verschiedene Stationen aufgebaut, um den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, woran wir uns erinnern sollen und wie die Situation für die Juden damals war. Die sechs Stationen befassten sich mit einer jeweils anderen Phase des Holocaust. Die Schülerinnen und Schüler bekamen die Möglichkeit, alle offenen Fragen zu klären und einen Sinn für die Geschehnisse zu entwickeln.

Auch für uns war es eine besondere Erfahrung einen solchen Tag zu organisieren und die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler zu beobachten. Des Weiteren hat es auch unseren Sinn für Gedenken geschärft und uns diesen wichtigen Tag nochmal deutlich näher gebracht.

Unser Kurs hofft, dass wir die wichtigen Inhalte gut und verständlich rüber bringen konnten !

Die verschiedenen Facetten dieser dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte wurde den jüngeren Schülern in dem Rundgang gut verdeutlicht. Wie furchtbar muss es sein, wenn man nach willkürlichen Eigenschaften in Gruppen eingeteilt bzw. „aussortiert“ wird? Welche Gegenstände nimmt man mit, wenn man plötzlich nachts sein Zuhause verlassen muss und nur einen Koffer mitnehmen darf? Wie beängstigend fühlt sich ein Transport in einem dunklen Eisenbahnwaggon an, wenn man das Ziel nicht kennt und nicht einmal eine Toilette zur Verfügung hat? Solche Gefühle – zumindest im Ansatz – erlebten die jüngeren Schüler hautnah. An der letzten Station des Rundgang folgte dann in Form einer Abschlussdiskussion die Rückkehr ins Hier und Heute.

Die Reaktionen der Mittelstufen-Schüler gaben dem Konzept recht. Andächtig und interessiert folgten die Allermeisten den Ausführungen. Immer wieder war ein leises Kopfschütteln zu sehen, vereinzelt beklemmte Kommentare und im Anschluss Lob für die älteren Kollegen.

Die Schüler der 9. Klassen sahen zum gleichen Anlass den Film „Bonhoeffer – die letzte Stufe“. Im Anschluss konnten die Inhalte ausführlich mit Geschichte-Lehrern der Schule diskutiert werden. Dabei trat deutlich zutage, wie differenziert die Schülerinnen und Schüler mit der Erinnerung an die Taten der Nationalsozialisten umgehen. So gab einerseits eine klare Absage an die dieser Tage wieder häufiger propagierte Idee eines „Schlussstrichs“ in der Erinnerungskultur, andererseits wurde aber auch die Filmauswahl kritisch hinterfragt. Sie sei, so einige Stimmen, angesichts des Schreckens der Zeit, fast ein wenig „zu soft“ gewesen.

Beeindruckend und ermutigend also, wie sich die verschiedenen Altersstufen mit diesem leider prägenden Kapitel deutscher Geschichte auseinandersetzten.

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© Text: Kruse, Streubel, Fotos: Junker