Künstler Manfred Bockelmann zu Gast an der Fohlenkoppel

Anlässlich des jährlichen Holocaust-Gedenktags Ende Januar war am 25. Januar Künstler Manfred Bockelmann zu Gast. Der international bekannte Maler hat es sich seit einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, durch emotional anrührende Portrait-Bilder von Kindern, die von den Nationalsozialisten umgebracht wurden, an die Verbrechen der Nazi-Vergangenheit und insbesondere an die Kinder zu erinnern, denen ihr Leben genommen wurde, bevor es so richtig angefangen hatte. „Zeichnen gegen das Vergessen“ heißt folgerichtig seine Ausstellung, die am Abend des 25. Januar im Hildesheimer Rathaus eröffnet wurde (siehe Extra-Bericht).

Ein schwieriges Thema, zugegeben, doch die Schülerinnen und Schüler von Jahrgang 8 bis 12 nahmen sich dieser Herausforderung konzentiert und gefasst an. Alle Schülerinnen und Schüler dieser Jahrgänge bekamen den Dokumentarfilm „Zeichnen gegen das Vergessen“ zu sehen, in dem das Entstehen von Manfred Bockelmanns Ausstellung nachvollzogen wird. Sowohl die dargestellten Gespräche Bockelmanns mit Überlebenden als auch natürlich seine Besuche an den Originalschauplätzen dieses in seiner Grausamkeit kaum greifbaren Verbrechens in Auschwitz gingen vielen Schülerinnen und Schülern sichtlich nahe und vermittelten eindrucksvoll Bockelmanns Nachricht, dass diese Geschehnisse und ihre Opfer niemals dem Vergessen anheim fallen dürfen.

Im Rahmen des Seminarfachs erhielten die Oberstufenschüler am Nachmittag eine besondere Chance. Der Künstler selbst stand ihnen für Fragen zur Verfügung, nachdem er seine Beweggründe zunächst in eigenen Ausführungen geschildert hatte. Es entstand eine ernsthafte, interessierte Unterhaltung, von deren Tiefe und Seriösität sich Manfred Bockelmann angetan zeigte. Die 90 Minuten vergingen so wie im Fluge und bleiben den Schülerinnen und Schülern hoffentlich lange in Erinnerung.

Aber muss das sein? Muss man Schülerinnen und Schüler im Jahr 2018 mit diesen dunklen Kapiteln der deutschen Vergangenheit konfrontieren? Manfred Bockelmann hat klar Stellung bezogen und das Gymnasium Himmelsthür unterstützt ihn dabei ohne Wenn und Aber. Wer die Bilder aus Auschwitz sieht und ernst nimmt, der kann nur zu der Erkenntnis kommen, dass ein Vergessen und Verdrängen dieses Verbrechens in Deutschland gleich das nächste Verbrechen wäre – ein Verbrechen an unserer gemeinsamen Identität.

Das Gymnasium Himmelsthür feiert sein 50jähriges Jubiläum und wie es bei Jubiläen üblich ist, gibt es fröhliche Rahmen für ausgelassenes Feiern. Wir sind jedoch ebenso überzeugt davon, dass dieser Besuch Manfred Bockelmanns unserem Jubiläum ein nachdenkliches, in sich gekehrtes Element verliehen hat, von dem wir als Schulgemeinschaft nur profitieren können.

Ein herzlicher Dank gilt allen, die den Besuch von Herrn Bockelmann ermöglicht haben, insbesondere unserem Elternratsvorsitzenden Herrn Katholnigg.

  • 01_BegruessungSpeer
  • 02_einleitende Worte
  • 03_emotionale Erzaehlungen
  • 04_gespannte Blicke
  • 05_Emotionen
  • 06_Beginn der Diskussion
  • 07_Fragen
  • 08_Antworten
  • 09_Fragen
  • 10_Antworten
  • 11_fragen
  • 12_Antworten
  • 13_Fragen
  • 14_Antworten
  • 15_Herr Gstettner
  • 16_Danksagung

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© Text: Kruse, Foto: Junker